Ganz hohe Klippen und ein kleines Dorf

Oktober 15th, 2007 at 20:56 (Irland)

Es gibt so Tage, an denen einfach alles stimmt. Wo einen auch der schlimmste Regenschauer so gar nichts ausmachen kann. Und wenn man einen Tag mit einem guten Früstück in netter Gesellschaft und einer heißen Dusche begonnen hat und plant, den Cliffs of Moher (übrigens mit gaaanz kurzem “o” gesprochen) einen ausgiebigen Besuch abzustatten, dann ist das bestimmt so ein Tag. Auch wenn man ohne Regencape Gefahr läft nass zu werden und mit 200 Meter in die Tiefe geweht zu werden. Von Lahinch kommend kam ich in den Genuss, fast die Cliffs nahezu in ihrer ganzen Länge von 8 Kilometern zu erwandern. Und sie haben auch nach 7 Jahren nichts von ihrer Faszination verloren. Von Süden mich dem Touristen-anlauf-punkt nähernd musste ich mich an einem großen, zu dem Zeitpunkt nicht für mich einsehbarem Schild vorbeizwängen. Von der anderen Seite war dann zu lesen: “Ab diesem Punkt nicht mehr weitergehen – Lebensgefahr!” (oder so ähnlich). Nur gut dass ich gerade in aller Ruhe von der anderen Seite gekommen bin. Ja, auch Irland wird touristisch. Wo vor ein paar Jahren noch die Leute bäuchlings niederlagen um in die Tiefe zu schauen, erhebt sich jetzt eine Brüstung zum Schutz der Besucher. Und dabei war eines der Dinge, die ich unbedingt in Irland machen wollte eben dort herunter zu schauen. Nunja, ich hatte nicht vor, mich bis Einbruch der Nacht dort aufzuhalten um den Aufsehern zu enschlüpfen, also machte ich mich mit einem letzten Blick auf das riesige Touristencenter (wo man wirklich alles für den kitschliebenden Touristen bekommen kann) schleunigst aus dem Staub ohne mich mit dem mühsamen (weil Tourislalom erforderndem) Aufstieg zu O’Briens Tower aufzuhalten.

Mein nächses Ziel war, durch Doolin den Weg in die Burren zu finden. Durch mein Gefühl, welches mit vorgaukelte, ich sei ein kleines Segel und hätte mein Boot verloren, sah ich mich gezwungen, mir in dem kleinen Fischerdorf, dass scheinbar nur aus einer gaaaaaanz langen Straße zu bestehen schien (ich habe aus welchen Gründen auch immer nicht geschafft, es ganz zu durchqueren – etwas was ich beim nächsten Besuch unbedingt nachholen muss) ein Hostel zu suchen. Man mag es ja kaum glauben, aber ich hatte sogar die Qual der Wahl zwischen DREI Hostels! Ich glaube aber, ich habe mir das Beste ausgesucht, mit einem gemütlichem Sofasammelsurium und Torfofen im Commonroom und direkt gegenüber der zwei Pubs. Ein sehr musikalisches Dörfchen obendrein jeden Tag Livemusik und am örtlichen Musikladen der Vermerk, er sei der letzte vor Amerika :)

Der andauernde Regen hat mich überzeugt, sogar noch eine zweite Nacht in internationaler Gesellschaft zu verbleiben: zwei Französinnen, ein Paar aus Belgien, eines aus Neuseeland, one Guy from Israel und zwei Amerikanern. Was ich feststellen musste: ich verstehe kein Wort belgisches Holländisch.

Die Bilder sind übrigens wie die Letzten ein Sammelsurium made by G00gle

3 Kommentare

  1. Julian said,

    Oktober 16, 2007 at 13:13

    Sieht sehr schön aus da! Beste Grüße an die Wandernde Anna!

  2. Lady Alanna said,

    Oktober 17, 2007 at 21:50

    Es sieht nicht nur schoen aus, es ist schoen!
    Und leider bin ich ja nicht mehr am wandern, nur am Zusammenfassen *seuftz*

  3. Fee said,

    Oktober 18, 2007 at 10:23

    Oh das schaut wirklich ganz toll aus. Ich hoffe nur das du nicht zu oft nass wirst. Ich denke an Dich und wünsche Dir noch ganz viel Spaß und super Eindrücke die Du in Dich aufsaugst.
    Alles Liebe Deine Fee

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