Der Reise ihr Ende
Langsam muss ich ja mal zu einem Ende kommen, also gibt es den Rest jetzt in weniger ausgebreiteter Form.
Nach Doolin gab es noch einen weiteren, Regenbedingten Stop in einem Hostel, dismal in Carran, dem Herz der Burren. Die Burren sind eine Karstlandschaft die vor allen rau ist und nur so übersäht von keltischen Bauwerksresten wie zum Beispiel den Poulnaborne Dolmen, ein altes Keltengrab. Auf jeden Fall ist die Gegend wunderschön. In Irland sagt man, in den Burren gibt es nicht genug Wasser, um einen Mann zu ersäufen, nicht genug Holz, um ihn zu erhängen und nicht genug Erde, um ihn zu beerdigen. Auf der anderen Seute sind 75% der irischen Vegetation hier zu finden. Nunja, das nur nebenbei. Carran. Am Ende der Weld. Es gibt genau einen Pub, ca. 20 Häuser und das Hostel. Das ist super neu, klinisch rein und ungemütlich. Und das Commonroommobiliar muss vorher in einem Katzenhaushalt gestanden haben. Achja, mobile Telefone funktionieren auch nicht.
Am nächsten Tag habe ich mich dann auch schleunigst aus dem Staub gemacht, entlang der „Green-Road“, einem uralten Pfadden schon die Kelten bewandert haben. Wunderschön! Und genug zu futtern gab es auch: Blackberries (Brombeeren) und fast reife Haselnüsse. So sind sie (die Haselnüsse) eindeutig am besten
Der Tag war bestimmt der extremste. 10 Stunden walking mit 2x einer halben Stunde Pause. Ich war echt geschafft. Aber es hat sich gelohnt. Von meinem Schlafplatz am verlassen Pier irgendwo hinter Kinvarna konnte ich schon die Lichter von Galway sehen.
Den Rest nach Galway habe ich mich dann mitnehmen lassen. So bin ich dann am Samstagvormittag in der Stadt angekommen, die ich noch als besseres Dorf in Erinnerung hatte. Aber Galway ist in den letzten 6 Jahren um mindestens das Doppelte angewachsen. es ist groß geworden. Aber nichtsdestotroz hat die Stadt immernoch den Charme eines Dorfes.
Es gibt viele nette Pups und in beinahe jedem gibt es abends Livemusik, mal mehr und mal weniger professionell. Einfach nur schön!
Ich habe davon abgesehen, weiterlaufen zu wollen. Es wurde Bodenfrost angekündigt. Und ich mag ja vielleicht etwas verrückt sein, aber nicht vollständig. Und bei Bodenfrost mit gewöhnlicher Ausrüstung campen? Och nö, ich lehe dankend ab!
Gleich nach meiner Ankunft habe ich meinen ersten Job gefunden: in der Mantelannahme eines Nightclubs (bitte nicht mit „Nachtclub“ im deutschen Sinne übersetzen!). Aber einmal in derWoche am Samstagabend (-nacht) 7 Stunden arbeiten ist einfach nicht5 genug, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Also musste ein zweiter Job her. Ich habe mich bei einigen Hotels beworben, aber von keinem eine Antwort bekommen. Vielleicht weil ich noch keine irische Telefonnummer und keine feste Adresse hatte? Ich habe jetzt übrigens beides. Letztere steht in den Kontaktdaten und jeder der gerne die Nummer haben möchte kann sich gerne in den Kommentaren melden, ich teile sie Befugten Personen dann gerne persönlich mit ![]()
Jedenfalls habe ich dann nach etwa einer Woche mal wieder (vergeblich) meine Mail nachgeschaut. Und an der Kasse meine Münzen fallen lassen. Der nette Mann hinter dem Desk half mir dann sie aufzulesen und irgendwie kamen wir ins Gespräch und eine halbe Stunde später hatte ich einen Job! Sachen gibt es manchmal…
Leider sind wir (also ich und der Boss persönlich) hier die einzigen Mitarbeiter und es ist verdammt viel Arbeit. Manchmal macht das alles keinen Spass mehr, manchmal wiederum bin ich richtig gerne hier. Das schöne ist, ich habe jeden Tag 2 Stunden Internetnutzung frei, leider habe ich nur meist nicht die Freizeit, diese auch zu nutzen.
Heute habe ich die zwei Stunden gut angelegt um endlich alles wieder auf aktuellen Stand zu bekommen. Und habe es beinahe geschafft. Jedenfalls was die Reise betrifft. Weiteres dann wieder beim nächsten Mal.
Seit alle ganz lieb gegrüsst aus einem der westichsten Ländern Europas!


Fee said,
Oktober 22, 2007 at 21:43
Liebe Anna,
ich finde es sehr beindruckend, das Du so weit wanderst und das du bei angesagtem Bodenfrost dankend absagst klingt ebenfals sehr vernünftig. Sonst hätte ich doch noch angefangen mir um Dich sorgen zu machen. Die allerliebsten Grüße von Sebastian und Josefine.
Ich drücke Dich ganz doll.
Fee
Laura said,
November 4, 2007 at 10:07
ich hätte dann doch gerne mal deine nummer. lieben gruss