Immer noch nicht Sonntag?
Es gibt Wochen, die wollen einfach nicht zuende gehen. Oder gehen auch viel zu schnell vorbei, wie man es nimmt. Aber die letzten sieben Tage waren einfach nicht mein Ding.
Ich habe ja die Redaktionsleitung des Sozialmagazins auf Kanal 21 inne. So kümmer ich mich auch darum, dass wir jeden Monat ein “Vor Ort”-Gepsräch führen (bzw. führe es auch selber). Dieses Interview wird für gewöhnlich eine Woche vor Sendetermin aufgezeichnet. Also stand ich mit einer Förderschule in Kontakt, Drehtermin war auf Dienstagmorgen festgesetzt als – sie am Donnerstagabend duchgaben, dass wir bis Dienstag nicht die Elernerlaubnis einholen könnten um die Minderjährigen Schüler zu filmen. Kein Grund zu Panik, ein Ersatzdrehort war schnell gefunden: das Welthaus. Schon Donnerstagabend konnte ich mit einer begeisterten Mitarbeiterin sprechen. Ja, sie wolle morgen früh mit den Verantwortlichen sprechen und sich unverzüglich melden. Montagmittag rief ich dann doch noch einmal hinterher – leichtes Unwohlsein stellte sich langsam ein. Oh ja, es tue ihr leid aber sie habe es vergessen und wolle nun mit den Verantwortlichen sprechen, bis wann ich zu erreichen sei. Fünf Minuten vor Feierabend dann ihr Rückruf: Die Vereinsleitung habe Sorge, sich in der Kürze der Zeit nicht mehr ausreichend vorbereiten zu können und sich nicht korrekt darzustellen. Hey, ICH stelle doch die Fragen, SIE müssen nur antworten – die Wahrheit bitte. Irgendwelche Probleme?
Spät in der Nacht auf Dienstag hatte mein Held die rettende Idee: die ZSB, eindeutig ein höchst sozialer Verein. Dienstagnachmittag (nach wieder viel zu langer, banger Wartezeit) dann das OK: Ja, wir dürften vorbeikommen, leider sei die Zeit recht knapp bemessen, wäre 9h-10h in der Früh recht? Was tut man nicht alles für die Kunst…
Leider war bei Feierabend meine Technik noch nicht zurück. Aber wozu gibt es denn einen Leihschlüssel, die Technik würde mir ins Büro 1 gestellt.
Mittwochmorgen, 7:15h. Nicht mal die rechte Zeit zum Aufstehen, geschweige denn die richtige Zeit im Zug zu sitzten. Ankunft GAB-Gelände kurz nach Acht. Und niemand hat daran gedacht, dass ich mit dem Schlüssel zwar bis in die Regie vordringen kann – aber nicht ins Büro. &$§&)=
Glücklicherweise hatte ich es im ZSB mit sehr netten Menschen zu tun. Nun nehmen sie sich morgen (Donnerstag!) 20 (!) Minuten Zeit (mehr ist nicht zwischen den Beratungsterminen) damit ich die Drei (!!!) Interviews à ca. 5 Minutendurchhauen kann. Abgabetermin ist übrigens Freitag, 14h.
Aber nein, dass ist noch nicht alles. Zu der Sendung gehört auch ein Sozialportrait. Die Beauftragten schickten gleich zwei Pferdchen ins Rennen: ein Pastor oder ein Zivi beim DRK-Fahrdienst. Der Pator sagte uns (am Donnerstag) einen Termin für Dienstag früh zu. Das DRK rief 20 Minuten später an und wurden von uns auf ein anderes Mal vertröstet.
Dienstag morgen beim Pator: nunja, er habe nicht so viel Zeit und die wäre ja wohl nötig (lassen Sie das mal unsere Sorge sein!) aber er könne uns die Telefonummer eines Kollegen geben. Was ein Witzbold! Und man hätte uns nicht schon Freitag, Montag oder gar am Wochenende anrufen können? Mussten wir wirklich erst in aller Herrgottsfrühe bei ihm auf der Matte stehen??? Ein ganz liebes Dankeschön geht übrigens an den DRK-Zivi, dass es kurzfristig trotz vorheriger Absage einsprang!!!
Als ob das jetzt nicht schon genug Stress für zwei Wochen gewesen wäre.
Tja und zu guter Letzt kommt im Kino (an meinem ersten Arbeitstag) auch noch kurz nach (!) Feierabend eine Kundin und will eine komplizierte Kindergeburtstagsreservierung umbuchen. Enzschuldigung, ich bin neu, weiß nicht wie ich das anfangen soll und außerdem ist es viertel nach neun Uhr abends, kommen sie doch morgen wieder. Nein, sie wäre extra aus Leopoldshöhe kommen und habe einen Babysitter angeheuert, sie müsse die Tickets sofort haben. Muss sowas echt sein? Manchmal frage ich mich, was in solchen Leuten vorgeht.
Ich will weg hier. Berlin, ich komme!!!

